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Eine gute Versorgung mit den Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA kann Leben verlängern

Erstmals hat ein Forscher-Team um ausgewiesene Omega-3-Experten wie Professor William S. Harris und Professor Dariush Mozaffarian 17 Langzeitstudien daraufhin ausgewertet, ob höhere Blutspiegel an den Omega-3-Fettsäuren EPA (Eisosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure) mit dem Sterberisiko in Verbindung stehen. Das Ergebnis ihrer kürzlich in der renommierten Fachzeitschrift „Nature“ veröffentlichten Meta-Analyse (statistisches Verfahren, um die Ergebnisse verschiedener Studien mit derselben wissenschaftlichen Fragestellung quantitativ zusammenzufassen und zu bewerten) ist spektakulär. Sie fanden heraus, dass höhere Omega-3-Blutspiegel an EPA und DHA mit einem zwischen 15 und 18 % niedrigeren Sterberisiko verbunden sind.Im Gegensatz dazu konnte ein solcher Zusammenhang für die in pflanzlichen Lebensmitteln vorkommende Omega-3-Fettsäure Alpha-Linolensäure nicht gesehen werden.

Also nur EPA und DHA können lebensverlängernd wirken. Diese beiden biologisch wirksamen Omega-3-Fettsäuren kommen reichlich in fettem Meeresfisch wie Lachs, Hering, Makrele, Thunfisch und Sardine und entsprechend in Fischölen sowie in Ölen aus kultivierten Mikroalgen vor. Man kann sie also über Lebensmittel oder auch in Kapselform oder als Öl zu sich nehmen. Im Reformhaus erhältlich sind auch mit EPA und DHA aus Mikroalgen angereicherte Margarine und DHA-Öl.

 Andere Betrachtungsweise: Biomarker Blutspiegel statt Lebensmittelverzehr

Was die Aussagekraft der Meta-Analyse stärkt ist der Forschungsansatz, die Blutspiegel an EPA und DHA als Biomarker heranzuziehen, statt sich auf von den Studienteilnehmerinnen und -teilnehmern selbst protokollierten Lebensmittelkonsum zu stützen. Letzterer ist ein unzuverlässiger Parameter, weil nicht immer alle Lebensmittel in der exakten Menge notiert werden. Zudem ist ihr tatsächlicher Gehalt an EPA und DHA nicht bekannt. Auch weiß man nicht, wie viel Omega-3-Fettsäuren wirklich im Blut und in den Geweben des Körpers, d. h. ihren biologischen Zielorten, ankommen. Außerdem enthalten Lebensmittel viele andere Nährstoffe, sodass sich ein Effekt nicht eindeutig auf EPA und DHA zurückführen lässt. Zieht man aber als Biomarker die Blutspiegel heran, lässt sich der Grad der Versorgung gut ablesen. 

Die Wissenschaftler werteten für ihre Meta-Analyse 17 Langzeitstudien aus aller Welt aus mit Daten von insgesamt rd. 42.500 Personen und einer mittleren Beobachtungsdauer von 16 Jahren während der rd. 15.700 Menschen starben. Sie ermittelten das Sterberisiko über alle Todesursachen hinweg und auch für speziellere Ursachen: Bei höheren Blutspiegeln an EPA und DHA war beispielsweise das Risiko für einen Herztod (z. B. durch einen Herzinfarkt) oder einen Hirntod (z. B. durch einen Schlaganfall) um 15 % gesenkt, für den Tod infolge einer Krebserkrankung um 11 %.  

Welche Wirkmechanismen der langkettigen marinen Omega-3-Fettsäuren dafür verantwortlich sind, war nicht Gegenstand dieser Meta-Analyse, aber in Tausenden anderer Studien ist gut belegt, dass EPA und DHA vielfältige positive gesundheitliche Wirkungen haben. So senken sie beispielsweise erhöhte Blutfette (Triglyzeride) und einen erhöhten Blutdruck. Weiterhin wirken sie anti-entzündlich und damit positiv auf wichtige Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Mehr dazu finden Sie hier (Link auf unsere Website/Kapitel „Welche Wirkungen haben Omega-3-Fettsäuren?“). 

Quelle: Harris WS et al (2021): Blood n-3 fatty acid levels and total and cause-specific mortality from 17 prospective studies. Nature communications 12, Article number: 2329. URL: https://www.nature.com/articles/s41467-021-22370-2